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   16.08.17 21:25
    schön, was von dir zu le






Generation Ghosting

Hi, I'm Generation Y...am I still single?
Texting Tinder Sexting.
Der Rausch der Unverbindlichkeit.
Uns gehört die Welt.
Wir leben im Jetzt.
Jetz
thabe ich noch eine Kante im Bettpfosten.

Laken in die Wäsche. 60°.
Ich hab doch gesagt, hab lieber keine Erwartungen.
Ein Coffee to go statt Frühstück im Bett.
Sorry Babe, ich muss Morgen früh raus.
Wie war doch gleich dein Name?

Laken in die Wäsche bei 60°.
Weichspülerduft übertüncht Erinnerungen.
Lenor vs Sehnsucht.
Wir lieben alle aber eben nur Jetzt.
Jetztist Ghosting ein Begriff, den ich viel zu oft verwende

.Laken in die Wäsche bei 90°.
Wir hatten gesagt, wir schauen mal.
Plötzlich warst du weg.
Und der Weichspülerduft hat mich vergessen lassen
welche Augenfarbe du nochmal hattest.

Generation... wer ghosted hier nochmal wen?
7.12.17 08:44


Altbekannter Besuch / Das Miststück trägt nicht nur schwarz

Du schleichst dich an. Ich sollte deine Masche kennen. Aber ich unterschätze dich immer wieder. Zunächst kriechst du in diese kleinen, unangenehmen Dinge. Die Pflichten, auf die eh keiner Bock hat. Du gaukelst mir vor ich hätte einfach keine Lust darauf. Dann die Dinge, die ich gerne mache. Du verdrehst sie in meiner Wahrnehmung. Du verstellst deine Stimme gekonnt. Als sei es meine eigene, meine rationale, wenn du sagst "Lass das doch heute, leg dich lieber ins Bett und chill ne Runde!" Das machst du nicht mit allem auf einmal, sondern sukzessiv. Dann irgendwann wirst du langsam sichtbar. Aber nachdem ich dich abgeschüttelt habe rede ich mir noch immer ein dass es nicht du bist worüber ich stolpere, wenn ich morgens aufstehe. Wenn ich erleichtert seufze wenn das Wetter beschissen ist und es eh keinen Grund gibt, sich heute nach draußen zwingen zu müssen.Tatsächlich hast du dich schon in meiner Wohnung ausgebreitet. Du sitzt auf meinem Wäscheberg und beschimpfst mich für meine Unfähigkeit, nicht einmal den bewerkstelligt zu bekommen. Du breitest dich über diesen Wäscheberg aus, dass es nicht mehr die getragenen Shirts und Slips sind, die ich sehe. Sondern nur noch dich. Um die Wäsche geht es schon lange nicht mehr. Sondern um deine Worte.Ich gehe an dir vorbei, auch wenn du dich klebrig an mich heftest, putze mir die Zähne. Unter der Dusche hast du mich wieder eingeholt, hängst dich mit vollem Gewicht an mich. Mit Wasser und Seife wasche ich dich unter schmerzvollen Tränen so gut wie es geht von mir ab, aber dein zäher, klebriger Schleim bleibt haften. Vor dem Kleiderschrank schmierst du mit deinen dreckigen Fingern die restlichen Klamotten voll, die noch übrig sind. Ich packe dich, schmeiße dich in die Ecke des Zimmers. Du kicherst verächtlich, säuselst mir zu, dass auch die schönsten Klamotten der Welt meine Erscheinung nicht ansatzweise erträglich für die Welt da draußen machen würden."Halt die Fresse, du ekelhaftes Miststück!" Während ich mich in die Klamotten werfe habe ich für einen kleinen Moment Ruhe. Ich schminke mich, hülle mich in eine Parfumwolke. "Den Lidstrich hast du auch schon besser hinbekommen!" - wer von uns beiden hat das jetzt gesagt?Raus, schnell raus. Scheiß auf den Wäscheberg, scheiß auf das Geschirr, scheiß auf die Telefonate, erstmal raus, dann hast du es vorerst geschafft. Bis in den Bus hallen deine Worte noch nach, der Lärm der anderen Menschen legt sich langsam über sie. Ich hab's geschafft. Ein kleiner Etappensieg. Ich hab's geschafft...An der Haustür wartest du. Genauer gesagt: an meinem Briefkasten. Du lehnst lässig an ihm, lächelst mich an. "Das wäre doch echt schade, wenn dir ein schlimmer Brief den Tag versauen würde, oder? Und ich weiß, dass da einer - nein, viele drin sind! Mahnungen! Inkasso-Forderungen! Und irgendjemand ist gestorben!" "Ich bezahle alle meine Rechnungen, eigentlich kann das nicht sein, hör auf mich verrückt zu machen!" "Bist du dir da so sicher?"Hämisch grinst du. Ich fliehe wieder, lasse dich vor dem Briefkasten stehen. Ich will einfach nur meine Ruhe vor dir. Ich wollte eigentlich noch gar nicht zu Hause sein, aber irgendwie scheinst du es geschafft zu haben, mir etwas ins Glas zu kippen. Nach ein paar Stunden fühle ich mich erschöpft, müde. Ich will meine Ruhe. Von der Welt. Und von dir. Ich weiß aber bereits, dass das nicht klappen wird.Ich wasche die erste Ladung Wäsche. Der Korb fühlt sich an als sei er mit Backsteinen beladen. "Zufrieden?!""Du weißt, es ging nie um die Wäsche...""Um was geht es dann?""Frag mich nicht. Ich bin so wie ich bin. Ich hab mir nicht ausgesucht zu existieren. Du hast mich geboren.""Ich wollte dich nie.""Es ist so wie es ist."Ich schenke uns ein Glas Wein an."Auf den nächsten Kampf, du Miststück!""Auf den nächsten Kampf, du Miststück!"Wir lächeln uns an.Nein, wir haben uns das beide so nicht ausgesucht.
16.8.17 16:19


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